Laser, Kameras und Sensoren: Neue Technologien fördern Sicherheit im Verkehr

by admin on 10. Mai 2011

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Millionen Menschen in Deutschland sind Tag für Tag auf Achse – im Auto oder Flieger. Um die Sicherheit trotz steigender Mobilität zu gewährleisten, entwickelt die Photonikbranche neue optische Lösungen. Das zeigt ein aktueller Aufsatz des Fraunhofer-Instituts für angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) im Auftrag des Branchenverbands SPECTARIS und der Initiative Light Alliance.

Eine Nachtfahrt auf der Autobahn: Kilometerlang geradeaus durch die Dunkelheit, Scheinwerfer blenden, die Gedanken schweifen ab – das kann zum Verhängnis werden. Schläfrigkeit trägt laut IOF-Aufsatz zu mehr als jedem zehnten Verkehrsunfall bei. Photonische Systeme können helfen, Zusammenstöße zu verhindern, etwa durch einen Aufmerksamkeitsassistenten: Er kontrolliert mittels einer Infrarotkamera Kopfposition und Lidschlag des Fahrers und warnt bei Sekundenschlaf. „Neue optische Technologien sind wichtige Helfer, um das Unfallrisiko zu senken. Sie schaffen mehr Sicherheit – auf der Straße und in der Luft“, sagt Ingo Bebermeier, Geschäftsführer der m-u-t Aviation-Technology GmbH.

Intelligente Beifahrer

Ein Vorreiter in der Entwicklung optischer Sensoren und Systeme im Straßenverkehr ist die Jenoptik AG. Das Mitgliedsunternehmen der Light Alliance arbeitet an innovativen Technologien für das Auto von morgen. So sollen Fahrassistenzsysteme helfen, sich vorausschauender im Verkehr zu bewegen: Laserstrahlen, Radarsensoren und Kameras tasten die Umgebung des Autos ab. Sie signalisieren dem Fahrer, wenn sich ein Wagen im toten Winkel befindet, er zu dicht auf seinen Vordermann auffährt oder die Spur unbeabsichtigt verlässt. Gesetzliche Regelungen treiben den Einsatz von Fahrassistenzsystemen voran. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2015 mehr als die Hälfte aller Neufahrzeuge in Nordamerika, der EU, Japan und China über solche Technologien verfügen.

 

Lasertechnik unterstützt Piloten

Auch im Luftverkehr sind optische Technologien gefragt: Sie helfen unter anderem gefährliche Wirbelschleppen zu erkennen. Das sind unsichtbare Luftverwirbelungen hinter fliegenden Flugzeugen, die Abstürze nachfolgender Maschinen verursachen können. Lasertechnik macht die Luftströme sichtbar. Auf diese Weise lassen sich künftig die Abstände zwischen den Flugzeugen beim Starten und Landen verkleinern und mehr Maschinen abfertigen – bei gleichbleibender Sicherheit. Ein weiteres Einsatzgebiet optischer Technologien in Flugzeugen ist die Messung des Kraftstoffs. Das Unternehmen m-u-t hat das Optical Fuel Measurement System entwickelt, bei dem eine Tauchsonde im Tank ermittelt, wie viel Brennstoff noch zur Verfügung steht, und mittels optischer Signale den Piloten informiert. Elektromagnetische Störungen können nicht auftreten, sodass die Sicherheit gewährleistet bleibt. „Die wachsende Mobilität stellt uns vor große Herausforderungen: Mehr Verkehr darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Die deutsche Photonik-Industrie entwickelt passende Lösungen. Um auch in Zukunft Innovationen hervorbringen zu können, muss aber der Fachkräftemangel dringend behoben werden“, sagt Dr. Tobias Weiler, Geschäftsführer beim Branchenverband SPECTARIS. Die Branche biete gute berufliche Perspektiven, und auch Quereinsteiger etwa aus der Automobil- und Flugzeugindustrie seien gefragt.

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