Fachkräftemangel: >Bald< fehlen Deutschland Akademiker

by admin on 9. September 2007

in Ingenieurmangel,Job,Wirtschaft

Deutschland droht einer Studie zufolge in wenigen Jahren ein akuter Akademikermangel. „Technische Berufe werden davon besonders betroffen sein“, heißt es in einer am Dienstag vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichten Studie. Während der Bedarf an Hochqualifizierten steige, sinke mit den geburtenschwachen Jahrgänge die Zahl potenzieller Fachkräfte. Ohne Bildungsoffensive könne dies „schon in weniger als zehn Jahren zu einem erheblichen Akademikermangel führen“.Bislang leidet die Wirtschaft der Studie zufolge aber noch nicht darunter. Bei Ingenieuren sei der Arbeitsmarkt trotz einiger Engpässe nicht leergefegt. „Derzeit suchen rund 24.000 Ingenieure eine Beschäftigung“, heißt es. Wer bereits länger arbeitslos sei, habe es trotz guter Konjunktur schwer, einen neuen Job zu finden. Schlechte Aussichten haben vor allem Ältere und Frauen. Noch immer habe jede zwölfte Ingenieurin keine Stelle. Um hier gegenzusteuern, fordert das IAB eine andere Unternehmenskultur mit mehr Kinderbetreuung und Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit.

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SoNicht September 15, 2007 um 18:11

Solange Arbeitskräfte in diesem Land behandelt werden, wie es mir geschah, kann ich nicht an Fachkräftemangel glauben.

Ich wurde 2003 als unbezahlter Praktikant/WissenschaftlicherMitarbeiter 6 Monate von der CIS Institut für Mikrosensorik gGmbH in Erfurt ausgenutzt.

Als man mich dann nicht wie versprochen nach 6 Monaten eingestellt hat, bin ich vors Arbeitsgericht Erfurt gezogen und habe, da natürlich alles abgestritten wurde, den Arbeitsgerichtsprozess verloren. Meine Leistungen waren übrigens, wie auch im Arbeitszeugnis bestätigt wurde, sehr gut.

Da ich seinerzeit von Sozialleistungen lebte, musste ich, um den Arbeitsgerichtsprozess führen zu können, Prozesskostenbeihilfe beantragen, die auch genehmigt wurde. Vor einigen Tagen habe ich nun ein Schreiben des Arbeitsgerichtes Erfurt erhalten, in dem die Kosten für den Arbeitsgerichtsprozess in Höhe ca. 1400 EURO von mir zurückgefordert werden. Nicht genug damit, dass ich unbezahlt gearbeitet habe. Jetzt muss ich auch noch draufzahlen. Dieses Schreiben hat bei mir alles wieder – wie eine ins Unterbewußtsein abgetauchte Wasserleiche – hochkommen lassen. Ich empfinde die Demütigung unbezahlt gearbeitet zu haben stärker als je zuvor.

Wer meint fleißige MA so behandeln zu können, gehört als asoziales Unternehmen ganz dringend an den Pranger gestellt.

Schlimm ist, dass man das Trauma, unbezahlt gearbeitet zu haben, niemals mehr los wird. Der Hass auf diejenigen, die einen ausgebeutet haben, wird mit den Jahren immer größer. Je mehr man verdient, um so mehr merkt man, wie sehr man ausgenutzt wurde. Setzt Euch diesem Trauma nicht aus.

Leute ich kann Euch nur raten: kein Praktikum. Verlangt direkt, was ihr Wert seid. Und wenn die Euch noch so oft erzählen, wie wichtig ein Praktikum ist. Die wollen die produktivste Zeit Eures Lebens für umsonst und erzählen dafür sonstwas für Märchen.

Und wenn Ihr in einem von Arbeitslosigkeit geplagten Bundesland wie Thüringen lebt, in dem man es sich wegen des (noch) reichlich vorhandenen Fachkräfte-Pools meint, erlauben zu können, dieses wie den letzten Dreck zu behandeln und auszunutzen, dann mein weiterer dringender Rat: Nichts wie weg.

Ich lebe übrigens jetzt in Baden-Württemberg. Glücklicherweise.

Arbeitnehmer Ratgeber Dezember 19, 2007 um 16:42

Vorstehender Erfahrungsbericht ist leider kein Einzelfall. Vielleicht hilft dem ein oder anderen ja folgender Hinweis zu Buchtipps für Arbeitnehmer weiter.
Womöglich kann man sich damit sogar den Gang zum Anwalt und vor Gericht sparen, oder sich zumindest selbst etwas besser in die Materie einarbeiten.

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